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27.06.2026 / 11 Uhr/ Foyer von Schloss Balmoral, Villenpromenade 11, Bad Ems

Alchemie wurde lange fälschlicherweise als Streben nach Verwandlung durch Meisterschaft verstanden: die Umwandlung von unedler Materie in Gold, das Streben nach Vollkommenheit durch Veredelung.
Doch hinter dieser bekannten Erzählung verbirgt sich eine andere Geschichte, in der es nicht um Vollendung geht, sondern um den Prozess; nicht um das fertige Objekt, sondern um die materiellen Spuren, die es hinterlässt. Die Gruppenausstellung „The Remnants of Alchemy: Trials & Tribulations“ widmet sich dieser alternativen Genealogie und den Fragmenten, Überresten, Werkzeugen, Experimenten und aufgegebenen Vorhaben, die sich in der künstlerischen Praxis ansammeln.

Die Schau entstand aus Gesprächen und Atelierbesuchen bei den teilnehmenden Künstler:innen. Anstatt
fertige Werke auszuwählen, konzentrierte sich der kuratorische Prozess darauf, zuzuhören, Spuren zu verfolgen und die Geschichten aufzudecken, die in den materiellen Überresten des Schaffensprozesses eingebettet sind. Was hier zu sehen ist, ist nicht das von seinen Produktionsbedingungen losgelöste Kunstwerk, sondern Fragmente einer Praxis, die noch in Bewegung ist. Jedes Objekt trägt eine Geschichte aus Wiederholung, Zweifel, Sehnsucht und Experimentieren in sich. Zusammen bilden sie eine Sammlung aus Versuchen und Mühen, durch die die künstlerische Transformation sichtbar wird.

Die Präsentation findet im „White Cube“ statt, jener vertrauten Architektur aus sauberen Oberflächen und abgeschlossenen Geschichten. Doch anstatt die Galerie als Behälter für fertige Objekte zu behandeln, betrachtet „The Remnants of Alchemy“ sie als temporäre Werkbank. In ihren geordneten Raum gelangen abgenutzte Werkzeuge, aufgegebene Experimente, Fragmente, Notizen und Materialien, die noch immer die Last unrealisierter Möglichkeiten tragen. Die Galerie wird zu einem Raum für das, was sie oft übersehen hat: den Prozess des Schaffens, das Zögern, das Kurs-Ändern, die Rückstände,
die die Transformation hinterlässt. Für einen Moment wird der White Cube eher vom Prozess als vom
Produkt eingenommen und zu einem Raum, in dem Unsicherheit, Verletzlichkeit und Werden sichtbar bleiben.

Text: Kamogelo Walaza

Die Ausstellung wird kuratiert von Stipendiatin Kamogelo Walaza.

Vernissage: 27.06.2027 um 11 Uhr im Foyer von Schloss Balmoral, Villenpromenade 11, Bad Ems.

Diese Künstler:innen und Stipendiat:innen sind anwesend und Teil der Gruppenschau:

Chaveli Sifre
Jakob Forster
Jaleh Tannaz Tavassoli Kitso Lynn Lelliott
Nazanin Hafez
Simon Shim-Sutcliffe