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YeonSook Lee: The Name That Still Echoes im ehemaligen Café Maxeiner

Die Tischunterlage ist ein Ort der täglichen Routinen – Essen, Gespräche und Wiederholungen. In der Installation “The Name That Still Echoes” von YeonSook Lee sind die Tischunterlagen aus Stoff gelb (Assoziation mit Freude und Kindheit) und bestickt (Namen wichtiger Menschen). Während die Handlungen auf und über den Tischsets ununterbrochen weitergehen, bleiben die Personen hinter den zu lesenden Namen abwesend. Sie sind wie Echos, Spuren von Erinnerung. Die koreanische Stipendiatin YeonSook Lee untersucht mit ihrer Installation, wie Namen, Arbeit und Erinnerung über das Leben einzelner Menschen hinaus wirken und sich mit sozialen und globalen Strukturen überschneiden.

Ein Name ist die simpelste und zugleich tiefgründigste Spur der Existenz eines Menschen. Philosophisch betrachtet ist die Namensgebung ein ethischer Akt: Man erkennt die Existenz eines einzigartigen Lebens an und verhindert dessen Verschwinden in der Anonymität. Während einige Namen inmitten von Krieg, Gewalt, Katastrophen verschwinden, hallen andere als Echos von Liebe, Verlust und Sehnsucht nach. Sie eignen sich als Orte der Trauer (gerade in der asiatischen Kultur) und tragen oft etwas in und mit sich, das nicht ausgesprochen oder gelöst werden kann.

YeonSook Lee, seit August 2025 Stipendiatin an der ARSB, hat Teilnehmer:innen ihrer Performance im Sommer 2025 in Bad Ems darum gebeten, einen einzigen Namen auf ein Papier zu schreiben – den Namen, den die Personen nicht vergessen können, der ihnen am Herzen liegt. Die Beschränkung auf einen Namen war wesentlich. Statt einer Liste, bestand die Künstlerin und beruht ihre Praxis auf Einzigartigkeit und eingeschränkter Entscheidung.

Vor einigen Wochen ließ YeonSook Lee die in Deutschland gesammelten Namen in ihrer Heimat, mitten auf einem historischen Markt in Seoul, auf Stoffdeckchen sticken. Das Medium der Maschinenstickerei ist eng mit der Geschichte der Frauenarbeit in Korea verbunden. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Maschinenstickerei eine Fertigkeit, die viele koreanische Frauen erlernten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Historisch gesehen erforderte diese Arbeit Präzision und Ausdauer – Eigenschaften, die oft als weiblich und lange als unterbewertet betrachtet wurden. Der Künstlerin ist stilistisch die Umwandlung von Handschrift in maschinengestickten Text wichtig, da diese einen Wandel von intimer Erinnerung in soziale Einschreibung versinnbildlicht und Fragen darüber aufwirft, wie Erinnerung in den öffentlichen Raum führt. So auch in das ehemalige Café Maxeiner in der Römerstraße 37, Bad Ems. Diesen nutzt die ARSB als Ausstellungs- und Projektraum, nachdem der White Cube “RichCake” (Römerstraße 27) aufgegeben wurde.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit unserer Partner-Residency MMCA in Goyang/Korea.

Ort: ehemaliges Café Maxeiner, Römerstraße 37, Bad Ems

Ausstellungszeitraum: 1.2.-1.3.2026

Die Künstlerin ist am Sonntag, den 1.2.2026 anwesend

Wir freuen uns über Ihr Kommen!

 

Über YeonSook Lee:

Geboren 1976 in Paju, Südkorea. 1999 schloss sie ihr Studium der Bildhauerei an der Hong Ik University mit einem Bachelor of Arts ab, 2002 folgte ein Master of Arts. 2008 erwarb sie einen Master of Arts in Bildender Kunst am Goldsmiths College der University of London. Ihre Arbeit umfasst Rauminstallationen und Multimedia. Sie interessiert sich für Themen wie Alltagserfahrungen, Ortsgedächtnis, Veränderungen der Wahrnehmung und individuelle Erinnerung. Die Künstlerin leitet zudem Workshops, um zu erforschen, wie kollektives Gedächtnis und individuelle Erfahrungen zusammenhängen.